Cookie Consent vs. PageSpeed Optimierung

Welche Auswirkung hat der DSGVO-Cookie-Consent von UserCentrics auf den PageSpeed? Analyse & Empfehlung

Vorwort

Wir leben nicht mehr in den 90ern – Websites müssen heutzutage zahlreiche Anforderungen erfüllen: ganze Branchen existieren quasi nur durch ihre Websites, komplexe Business Prozesse werden abgebildet.

Websites sind eine digitale Plattform und keine „Visitenkarte“ mehr. Websites machen das Endgerät unerheblich, skalieren auf jeder Plattform und als einziger Zugang wird ein aktueller Browser benötigt.

So unterschiedlich wie jede Website, sind auch die rechtlichen Anforderungen. Während man früher einfach live gehen konnte, müssen inzwischen neben zahlreichen technischen Anforderungen auch rechtliche Vorgaben eingehalten werden.

Zeitalter Datenschutz

Die Einführung der DSGVO führte hierbei zu einer Zäsur, die stärkere Auswirkungen auf das Leben im Internet hat, als jede Urheberrechtsnovelle oder Abmahnrisiken durch das Wettbewerbsrecht. Während früher Datenschutz nur ein Feigenblatt war, muss nun grundsätzlich bei jeder Datenerhebung von Nutzern ein Einverständnis erfolgen.

Eine Website, die Daten von ihren Nutzern tracken möchte, kommt ohne rechtlich sicheres Cookie Consent in eine vermeidbare Gefahrensituation.

Die Funktionen einer Website müssen also mit zahlreichen Interessen abgestimmt werden. Möchten Sie Ihre Nutzer über Google Analytics tracken oder ein Youtube Video einbinden, geht es nicht mehr um die reine technische Machbarkeit oder die vermeintlich beste funktionelle Lösung – das gesamte Feature muss auch nach Urheberrecht, Wettbewerbsrecht und Datenschutzrecht legal sein.

Genau hier kommt Usercentrics ins Spiel, denn das Cookie Consent ist tatsächlich zusammen mit unserem SV Tracking Manager eine Fire&Forget-Lösung, die alle Cookie-Consent Probleme auf einen Schlag löst. Doch auch diese Lösung ist (bis dato) nicht perfekt.

Better Done Than Perfect

Bei Inkrafttreten der DSGVO im Jahr 2018 hatten viele Websitebetreiber Panik, das neue Gesetz wurde quasi weltweit verschlafen. Es mangelte nicht nur an technisch erprobten Lösungen, auch die Regeln für die konkrete Umsetzung dieser Lösungen waren mangels Gerichtsentscheide und der föderalen Rechtsstruktur in Europa schlicht unklar.

Die meisten Websites wurden oft auf halsbrecherischer Weise mit halbgaren und fehlerhaften technischen Lösungen irgendwie mit einem Cookie Banner versehen. Wir haben dabei wirklich allerlei Blüten gesehen:

  • Manche Banner sind fehlerhaft, die Nutzerentscheidung wird nicht respektiert oder manche Tracking-Scripts werden nicht abgefangen
  • Manche Banner informieren lediglich, dass getrackt wird
  • Manche Banner verstecken den Button zur Ablehnung des Trackings

Die meisten Websites, die wir überprüfen haben kein fehlerfreies Cookie-Management. Auch heute noch befinden sich viele Websitebetreiber im falschen Glauben, dass ihr Cookie-Consent schon so in Ordnung ist. Bei einer Strafandrohung von bis zu 10% des Jahresumsatzes eine leichtfertige Herangehensweise.

Wie bereits beschrieben gibt es z.B. mit Usercentrics eine Lösung, die sehr sicheres Cookie Consent besonders einfach zur Verfügung stellt. Doch auch hier gibt es Schattenseiten.

PageSpeed

Was nach unserer Erfahrung bisher keine umfassendes Cookie-Consent-Lösung schafft, ist den PageSpeed nicht negativ zu beeinflussen. Die Auswirkungen sind teils immens und führen dazu, dass die Website effektiv nach Aktivierung einer Cookie-Consent-Lösung schlechter von Google geranked werden kann.

Das ist kein Problem von Usercentrics allein: Wer einen hohen PageSpeed möchte, hat derzeit nur die Wahl zwischen dem Verzicht auf externe Dienste für die Website oder sich eine individuelle, hoch optimierte Cookie-Consent-Lösung selbst zu entwickeln.

Das Problem ist allerdings nicht nur vermeidbar, eigentlich sollten Cookie-Consent-Lösungen wie Usercentrics den PageSpeed sogar verbessern. Und hierzu habe ich anhand unserer Website 5 Szenarien verglichen:

  1. PageSpeed ohne Tracking Scripts
  2. PageSpeed mit Tracking Scripts
  3. PageSpeed mit Usercentrics CMP v1
  4. PageSpeed mit Usercentrics CMP v2
  5. PageSpeed mit Usercentrics CMP v2 ohne Content Blocker

Die verschiedenen Szenarien bieten jedes für sich spannende Erkenntnisse, die helfen zu verstehen, wie kleine Änderungen am Setup einer Website den PageSpeed stark beeinflussen können und welche Rolle Cookie-Consent-Lösungen dabei spielen.

PageSpeed ohne Tracking Scripts


Ohne Scripts von Drittanbietern erreichen wir auf Mobil einen PageSpeed von 91 – sicher können wir diesen noch auf die maximalen 100 optimieren. Doch da bewegen wir uns bereits in der Mikro-Optimierung, die wir immer periodisch dann angehen, wenn wir die Zeit hierfür erübrigen können. Doch ein PageSpeed über 90 ist stets das Ziel, dann sind meist Nutzer und Google zufrieden.

Doch der Verzicht von Drittanbieterdiensten führt dazu, dass wir keine Auswertung mehr von Google Analytics erhalten, keinen Support-Chat von Hubspot einbinden können und vieles mehr.

Nun bleiben zwei Möglichkeiten: Lokale Installation von Funktionen, die man eigentlich gern an spezialisierte Anbieter ausgelagert hätte oder der Einsatz einer Cookie Consent Lösung.

PageSpeed mit Tracking Scripts


Mit Scripts von Drittanbietern verschlechtert sich der PageSpeed stark auf einen Wert von 58. Drittanbieterdienste nehmen meist keine Rücksicht auf PageSpeed, eine Optimierung findet auf Anbieterseite nicht statt. Die Fehler der Anbieter sind meist die gleichen:

  • Javascript und CSS Dateien sind aufgebläht und weder modular noch hinsichtlich ihrer Dateigröße optimiert
  • Diese Dateien führen mangels Optimierung zu hohen Berechnungsaufwänden im Browser
  • Die Cache-Lebensdauer der ausgelieferten Dateien sind meist zu kurz

Leider macht auch Usercentrics die gleichen Fehler, obwohl es funktionsbedingt riesige Chancen hat, Website mit Scripts im PageSpeed zu optimieren. Dazu später mehr.

PageSpeed mit Usercentrics CMP v1


Denn zunächst einmal führt auch Usercentrics zu einer Verschlechterung des PageSpeeds auf der Website. Hier sieht man die aktuelle stabile Version von Usercentrics mit aktiviertem Smart Data Protector.

Usercentrics blockiert hier also bereits zuverlässig externe Tracking-Scripts und Dienste, wie Google Analytics und Hubspot. Der Smart Data Protector von Usercentrics blockiert zusätzlich eingebettete Drittanbieterinhalte, wie Youtube oder Twitter-Feeds.

Nun ist es wichtig zu wissen, dass all diese externen Scripts erst geladen werden, wenn der Websitebesucher im Cookie Consent Banner von Usercentrics auf „Akzeptieren“ klickt. Das einzige externe Script ist somit nur das von Usercentrics und führt hier zu einer starken Verschlechterung des PageSpeeds.

Diese Problematik haben sicher nicht nur wir sondern auch andere Kunden an Usercentrics kommuniziert. Die hoffnungsbringende Antwort: Das Problem ist dort bekannt und es wird bereits an einem kompletten Rebuild der Usercentrics-API gearbeitet, um unter anderem den hohen PageSpeed-Impact von Usercentrics zu reduzieren. Doch Grund zum Feiern ist leider noch nicht angesagt.

PageSpeed mit Usercentrics CMP v2


Denn auch mit der neuen Version von Usercentrics und aktiviertem Smart Data Protector verbessert sich der PageSpeed nur um magere 8 Punkte.

Das liegt vor allem daran, dass der Smart Data Protector noch nicht einen Rebuild erhalten hat und weiterhin einen sehr hohen Impact auf die Größe und Ausführungszeit der Website hat.

Auf diesem Screenshot sieht man sehr gut, welche Auswirkungen der Smart Data Protector (uc-block.bundle.js) hat, ganze 2 Sekunden dauert die Ausführung dieser Funktion.

Darüber hinaus sind die Cache-Richtlinien aller Scripts von Usercentrics nicht optimiert:

PageSpeed mit Usercentrics CMP v2 ohne Content Blocker


Ohne Smart Data Protector steigt der PageSpeed auf 78 – ganze 20 Punkte mehr, als wenn unsere Tracking-Scripts direkt ausgegeben werden würden.

Wer auf den Smart Data Protector von Usercentrics verzichten kann, sollte das tun.

Schriftarten von Google Fonts, eingebettete Youtube-Videos oder Twitter-Feeds und weitere Inhalte von externen Seiten sollten lokal in die Website eingebunden werden. Videos sollten also beispielsweise direkt von der eigenen Website ausgeliefert werden.

Usercentrics kann den PageSpeed also sogar im Vergleich zur Websiteversion mit Tracking Scripts verbessern. Das Ideal wäre aber, dass eine Website mit aktivem Cookie Consent den gleichen PageSpeed hätte, wie ganz ohne Tracking Scripts.

Dazu muss Usercentrics allerdings den eigenen Code weiter optimieren – insbesondere die Erhöhung der Cache-Zeiten wäre leicht umsetzbar. Modularer, effizienter Code mit geringem Overhead würde den PageSpeed-Impact immens reduzieren.

Empfehlung


Ähnlich wie in der Raumfahrt geht Sicherheit meistens vor Effizienz – doch ganz ohne Effizienz geht es auch nicht. Das Ziel sollte daher sein: maximale Sicherheit und geringer Ressourcenverbrauch.

Wir hoffen, dass Usercentrics weiter an der Optimierung ihres Cookie-Consents arbeitet. Ein ressourcenschonendes Codedesign zahlt sich immer aus und ist ein wichtiges Argument für die Nutzung von Drittanbieterlösungen.

Für uns als WordPress-Agentur ist es besonders bitter, wenn wir unseren Kunden eine Website mit hohem PageSpeed ausliefern und ihm gleichzeitig aus Rechtserwägungen empfehlen, durch den Einsatz von Usercentrics einen stark verringerten PageSpeed zu akzeptieren.

Gleichzeitig sehen wir kaum eine Alternative: Drittanbieterdienste bleiben wichtig, um hochwertige Funktionen auf einer Website anbieten und nutzen zu können. Usercentrics bietet nach unserer Erfahrung qualitativ die beste Cookie-Consent-Erfahrung für Anwender und Webmaster. Einzig beim PageSpeed enttäuscht Usercentrics nach wie vor, auch wenn leichte Fortschritte zu erkennen sind.

Durch das hohe Risiko einer fehlerhaften Implementierung und den hohen Aufwänden empfehlen wir nicht, in Eigenregie eine technisch zwar optimierte aber rechtlich unsichere Eigenlösung zu entwickeln.

Was bleibt ist abermals ein Kompromiss unterschiedlicher Interessen. Was ist Ihnen besonders wichtig? Ein hoher PageSpeed? Ein hoher Mehrwert bei rechtlicher Sicherheit?

Wir hoffen Usercentrics überzeugen zu können, dass ein hoher PageSpeed Teil des Produktversprechens sein sollte. Unzählige Websites würden hiervon schlagartig profitieren. Die ersten Verbesserungen durch das CMP v2 gehen in die richtige Richtung, reichen aber bei Weitem noch nicht aus. Es gibt keinen Grund, mit der weiteren Optimierung zu warten.

Über den Autor

Matthias Bathke ist Geschäftsführer der straightvisions GmbH. Als DSGVO-Experte und PageSpeed-Evangelist brennt er dafür stabile und effiziente Lösungen für unsere Kunden zu entwickeln.

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